Lothar Tautz: Verdienter Bürger der Stadt Weißenfels

Ehrenbezeichnung „Verdienter Bürger der Stadt Weißenfels“

In diesem Herbst jährt sich zum 20. Mal das Jahr der friedlichen Revolution und des Mauerfalls. Auch in unserer Stadt hatte das Jahr 1989 jene Magie, von der Chronisten noch lange berichten werden.

Ein sehr wichtiger Mensch in der Weißenfelser Bürgerrechtsbewegung ist der evangelische Pfarrer Lothar Tautz. Er übernahm im Jahre 1984 die Altstadtgemeinde, entwickelte zahlreiche Impulse für das Gemeinwesen und legte besonderes Augenmerk auch auf die nichtchristliche Jugend.


Goldenes Buch von Weißenfels

Eintrag Goldene ins Buch der Stadt Weißenfels

Er gründete mit anderen Weißenfelsern die Gruppe „Naturrein“, die mit ihren Texten und ihrer Musik im kirchlichen und nichtkirchlichen Bereich neue Denkhorizonte eröffnete.

Herr Tautz entwickelte eine rege Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche und dem Weißenfelser „Filmklub“. Es wurden unter anderem sowjetische „Perestroika“–Filme angeschaut und diskutiert.

Mit der „Gemeinde am Donnerstag“ organisierte er sehr ansprechende Veranstaltungen, die ein Podium für Ausreiseantragsteller und Menschen auf der Suche nach einer politischen Orientierung boten.

Mitte Oktober 1989 organisierte Lothar Tautz das erste Friedensgebet in der Laurentiuskirche, dem viele Gebete in der Marienkirche und anschließende friedliche Demonstrationen zum Staatssicherheitsgebäude folgten.

Es wurde ein „Runder Tisch“ gegründet, der unter Leitung von Lothar Tautz arbeitete. So mündeten die Spannungen zwischen den politischen Alt– und Neugruppierungen in einer konstruktiven Zusammenarbeit.

Als Moderator des „Runden Tisches“ setzte er die Städtepartnerschaft mit Kornwestheim um und initiierte die Partnerschaft zum Odenwaldkreis.

Er war Mitbegründer der „Neuen Presse“, die Aufklärung über zahlreiche Ungereimtheiten in der Politik in die Weißenfelser Haushalte brachte.

Nach den Volkskammerwahlen 1990 wechselte Lothar Tautz nach Berlin, wo er zahlreiche Kontakte knüpfte, die unserer Stadt zugute kamen — er organisierte Besuche von Delegationen verschiedener Ebenen und politischer Ausrichtungen, um ein günstiges Fluidum für Wirtschaft, Politik und Kultur zu schaffen.

Auch heute versucht er, im Rahmen des Projektes „Metropolregion“ die wirtschaftlichen Besonderheiten unserer Region stärker in den europäischen Kontext einzubinden.

Er arbeitet als Landessprecher und Mitglied des Bundesvorstandes von „Gegen Vergessen — Für Demokratie e.V.“ im Weißenfelser „Bündnis für Toleranz“ mit.

Für die vielen Aktivitäten und sein Engagement für unsere Stadt und die Region gebührt ihm Dank und Anerkennung.

Im Namen des Stadtrates:
Gez. Jörg Freiwald, Vorsitzender

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