Ehrung „Verdienter Bürger“ von Weißenfels

am 27.09.2009 zur Eröffnung des Schlossfestes

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, verehrte Stadträte, etc.

diese Auszeichnung ehrt mich und rührt mich und ich bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Oberbürgermeister und den Stadträten, die den entsprechenden Beschluss gefasst haben.

Die Auszeichnung ehrt mich, weil damit mein Engagement für eine demokratische Entwicklung in der DDR gewürdigt wird. Sie ehrt mich aber nicht allein und darauf möchte ich an dieser Stelle besonders hinweisen: Zahlreiche Gemeindeveranstaltungen in der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde haben seit 1984 die Friedensgebete und Demonstrationen des Herbstes 89 vorbereitet. Ein Einzelner wäre nie in der Lage gewesen, so viel Demokratie unter den Bedingungen der Diktatur der SED zu wagen. Ich möchte hier stellvertretend für die vielen Mitstreiter/innen einen Menschen nennen, den ich besonders geachtet und für seine kompromisslose Aufrichtigkeit bewundert habe: Das ist der leider viel zu früh verstorbene Paul Lauermann. Er war Diakon in der katholischen Kirche und hat seiner Berufsbezeichnung — Diener — in einem selbstbewussten Sinne alle Ehre gemacht. Er war ehrlich und furchtlos in tiefen DDR–Zeiten und als es galt, die demokratische Umgestaltung aktiv in die Hand zu nehmen, war er mein Partner in der Moderation des Weißenfelser Runden Tisches. Kurz: Ich nehme die Ehrung als Verdienter Bürger der Stadt Weißenfels gern an, weil Sie damit nicht nur mich, sondern auch Paul Lauermann und viele andere ehren, die sich vor und nach 1989 für die Stadt engagiert haben.

Die Auszeichnung rührt mich, weil das Engagement für eine Stadt nie nur vernunftgemäßes handeln bedeutet. Denen, die über die Entwicklung von Weißenfels nach der Wende allzu schnell meckern, sei gesagt, dass man eine Stadt zuerst lieben muss, bevor man sie kritisieren darf. Dann sieht man nämlich, was hier alles Großartiges in den letzten 20 Jahren von den Bürgerinnen und Bürgern vollbracht worden ist. Dann erst ist die Kritik konstruktiv und bringt die Stadt weiter. Deshalb sage ich also zum Schluss: Ich nehme diese Ehrung auch deswegen gern an, weil ich hier in diesem Schlosshof viele Verbündete für Weißenfels sehe, mit denen ich in den zurückliegenden Jahren gern zusammen gearbeitet habe und mit denen gemeinsam ich das auch künftig tun werde.

Gez. Lothar Tautz

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