Die Linke: Das Geschichtsbild an den Schulen

kann nicht das der Konrad-Adenauer-Stiftung sein

30. Juli 2008 — Matthias Höhn, Landesvorsitzender, Sachsen–Anhalt

Wie der heutigen Presseberichterstattung zu entnehmen war, plant der Stasi–Unterlagenbeauftragte Ruden Veranstaltungen an Schulen Sachsen–Anhalts zur Aufklärung über die DDR–Geschichte in Zusammenarbeit mit der Konrad–Adenauer–Stiftung. Dazu erklärt Matthias Höhn, Landesvorsitzender der Linken in Sachsen–Anhalt:

Ohne Zweifel ist die kritische und differenzierte Aufarbeitung der DDR–Geschichte nach wie vor von hoher Aktualität, nicht zuletzt aufgrund des nahenden 20. Jahrestages der friedlichen Revolution. Auch Die Linke hat hier eine besondere Verantwortung zu tragen. Sie wird dies tun, so wie sich schon die PDS über viele Jahre ihrer eigenen Geschichte gestellt hat — im Gegensatz übrigens zum größten Teil der ehemaligen Blockparteien.

Differenzierungen, die allgemein immer wieder gefordert wurden, waren und sind in den öffentlichen Debatten jedoch Mangelware. Verklärung und Einseitigkeit standen und stehen sich regelmäßig gegenüber. Absurd wird es, wenn der Stasi–Unterlagenbeauftragte und die CDU–nahe Konrad–Adenauer–Stiftung nun die Aufklärungsarbeit über die DDR-Geschichte an den öffentlichen Schulen Sachsen–Anhalts übernehmen. Ich fordere den Kultusminister Prof. Olbertz nachdrücklich auf sicherzustellen, dass die Schulen auch in Zukunft nicht Schauplatz einseitiger ideologischer Aufführungen werden.

Wir erinnern uns noch gut an die vor kurzem von der Bundesbeauftragten für Stasi–Unterlagen angestoßenen Kampagne gegen Gregor Gysi, deren Ziel nicht Aufarbeitung sondern Beschädigung einer hoch angesehenen Persönlichkeit war. Wir erinnern uns auch noch gut an die permanenten Gleichsetzungsversuche von Linkspartei und rechtsextremer NPD durch die Konrad–Adenauer–Stiftung, denen nicht nur eine Verleumdung vieler engagierter Mitglieder der Linkspartei bzw. der Linken innewohnte sondern vor allem auch eine Verharmlosung der Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes und der aktuellen rechtsextremen Gefahr.

Es ist legitim, wenn Landesbeauftragter oder Konrad–Adenauer–Stiftung ihr DDR–Bild öffentlich vertreten. Deswegen wird daraus aber noch lange nicht ein offizielles oder gar ‚richtiges’ Geschichtsbild.

Magdeburg, 30. Juli 2008

Quelle

Siehe hierzu insbesondere:

zum Seitenanfang