Bildungsangebote

für Jugendliche und Lehrkräfte an den Gymnasien und Sekundarschulen des Landes Sachsen-Anhalt

Gerhard Ruden, Landesbeauftragter
Lothar Tautz, Sprecher der RAG Sachsen-Anhalt

Februar 2008

Sehr geehrte/r

Immer wieder kommen Politiker auf die Notwendigkeit zu sprechen, Jugendlichen DDR–Geschichtskenntnisse zu vermitteln, die jenseits von Nostalgie einerseits und Schwarzmalerei aller Lebensbereiche im „real existierenden Sozialismus“ andererseits liegen. Zur Dringlichkeit dieser Aufgabe haben sich erst im letzten Herbst namhafte Politiker/-innen geäußert: die Kanzlerin (MZ 17.09.07), Prof. Dr. Schröder (MZ 26.09.07 und folgende Diskussion) und zuletzt Ministerpräsident Böhmer, der in der Mitteldeutschen Zeitung vom 12.10.07 eine „Bildungsoffensive“ forderte. Politik und Jugendbildung sind sich darin einig: Ohne den Erwerb von kultureller und geschichtlicher Identität ist es kaum möglich, unseren Jugendlichen ein positives Demokratiebewusstsein zu vermitteln, also Demokratie zu lernen und zu leben, Toleranz zu üben und resistent gegen (rechts–) extremistischen Haltungen zu sein bzw. aktiv dagegen vorzugehen.

Aus diesem Grund planen der Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes und der Landessprecher des Vereins „Gegen Vergessen — Für Demokratie e.V.“ in diesem Jahr eine Reihe von gemeinsamen Schulprojekten zum Thema DDR–Geschichte in Gymnasien und Sekundarschulen durchzuführen. Um eine möglichst große Zahl von Jugendlichen zu erreichen und dennoch nachhaltig arbeiten zu können, sollen zwei Projekte pro Monat mit einem Zeitumfang von zwei bis drei Doppelstunden umgesetzt werden (10.–12. Klasse entsprechend Rahmenlehrplan). Dazu könnten am jeweiligen Nachmittag Lehrerfortbildungen und ggf. am Abend ein Programm gemeinsam für Lehrer, Eltern und Schüler kommen.

Das Minimum wären zwei didaktisch und methodisch jugendgemäß vorbereitete Doppelstunden (Beispiel vgl. Anlage), wobei das erste Modul sich auf die Vermittlung von auf Jugendthemen bezogener DDR-Geschichte konzentrieren würde und im zweiten Modul der Landesbeauftragte in Form eines Interviews und Gesamtgruppengespräch Gelegenheit hätte, seine eigenen Erfahrungen und Einschätzungen sowie die Arbeit seiner Behörde vorzustellen. Abgerundet könnte ein solches Schulprojekt mit dem Auftritt eines Künstlers oder sonstigen Zeitzeugen werden, der authentisch und in jugendgemäßer Sprache von seinem Leben in der DDR berichten würde. Dafür ist ein musikalischer Vortrag (auch der Medienvielfalt wegen) besonders gut geeignet.

Die Festlegung thematischer Schwerpunkte geschieht in Abspreche mit den fachlich zuständigen Lehrkräften. In diesem Jahr ist sicher das Thema Jugendkultur und Prager Frühling im Blick auf die Ereignisse von 1968 relevant. Um einen weiteren Synergieeffekt zu erzeugen, sollen die Schulprojekte mit den Beratungstagen des Landesbeauftragten kombiniert werden. So können Lehrer/innen und Eltern — wenn sie wünschen — das in der Schule allgemein behandelte Thema für sich persönlich umsetzen.

Kosten entstehen der Schule nicht. Bei Durchführung einer Abendveranstaltung müsste geprüft werden, ob eine finanzielle oder geldwerte Beteiligung vor Ort möglich ist.

Bei Ihrem Interesse werden wir Sie wegen einer Terminabsprache kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Anlage: Beispiel · zum Seitenanfang