Menschenrechte in der DDR und heute

Erste Auswertung der Schulprojekte zur DDR-Geschichte 2016

In den Monaten Januar bis Mai fanden bereits 10 Schulprojekttage an sachsen-anhaltischen Schulen mit insgesamt 360 Schüler/innen der 9. und 10. Klassenstufe und 15 Lehrer/innen statt. Die Projektorte waren Merseburg, Zörbig, Halle/S., Weißenfels, Wienrode, Magdeburg und Grovesmühle.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Interesse am Thema bei Lehrkräften und Schüler/innen hoch ist und im Verlauf der Projekte weiter gestärkt werden konnte. Das ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass die DDR-Geschichte laut Rahmenlehrplan im Geschichtsunterricht der 10. Klasse behandelt werden soll und durchaus zum Spezialthema „Menschenrechte“ des Sozialkundeunterrichts (8. Klassenstufe) in Beziehung steht, sondern ganz aktuell in Bezug auf Flüchtlingskrise und Terrorismus relevant ist.

Der vom Referententeam verfolgte Ansatz der „existentiellen Pädagogik“ erlaubt in besonderer Weise, die Jugendlichen (und Lehrkräfte) in ihrer Lebenswirklichkeit abzuholen. Einzelthemen sind dabei z. B. der DDR- oder westdeutsche (oder Migrations-) Lebenshintergrund der Familie, der auch in der dritten Nachwendegeneration relevant bleibt, sowie die mit dem Aufkommen von PEGIDA und AFD gewachsene Bedeutung der Presse- und Redefreiheit („Lügenpresse“, „Das wird man wohl noch sagen dürfen“ usw.). M.a.W. Menschenrechtsthemen werden wieder in der Familie und selbst unter 16jährigen Jugendlichen diskutiert, freilich zumeist, ohne dass diesen der Bezugsrahmen bewusst ist.

Die Bewusstseinsbildung zur Bedeutung der Menschenrechte im und für das eigene Leben der Schüler/innen ist das didaktische Ziel der Schulprojekte. Mehr aber auch nicht weniger soll und kann an einem Projekttag erreicht werden. Das setzt die Vor- und Nacharbeit mit den Lehrkräften voraus und im Unterrichtsverlauf selbst eine jugendgemäße Herangehensweise an das Thema. Der Einsatz von Methoden- und Medienvielfalt in zeitgemäßer Qualität um den Unterricht abwechslungsreich und nachhaltig zu gestalten, ist dabei selbstverständlich. Die Authentizität des Projektes wird nicht zuletzt dadurch unterstützt, dass die Referenten nicht nur pädagogisch und fachlich qualifiziert sind, sondern auch Zeitzeugen für das Thema sowohl bezogen auf die DDR-Geschichte als auch für das Menschenrechtsengagement in der Gegenwart.

Insofern ist es unschwer nachvollziehbar und realistisch zu sagen, dass die Einzelprojekte in jedem Fall im Blick auf das beschriebene Ziel erfolgreich waren. Dies haben die Jugendlichen im Feedback artikuliert, sowohl in Anwesenheit der Referenten, als auch in der Auswertung mit den beteiligten Lehrkräften. In jedem Fall ist eine Einladung der Schule ergangen, ein solches Projekt im nächsten Jahr zu wiederholen

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